Was sich in der Berichterstattung über weibliche Mordopfer ändern muss

derstandard.at

An Ostern passierte in Österreich ein Mord. heute.at berichtet von der Tat so, dass die Frau „sich viel mit Diäten“ beschäftigte, ihrem Mann „die Scheidung unter die Nase rieb“ und meinte: „Ich nehme Dir alles weg“.

Der Mann hingegen war laut heute.at als „guter Lodsch“ bekannt, verlor „für wenige Minuten völlig die Fassung“ und „griff zum Messer“. Seine Kinder stehen nach „dem Verlust“ der Mutter „voll hinter dem Vater“, die Anwältin darf ihn einen „guten Mensch“ nennen und den Mord „eine klassische Beziehungstat“.

Nicht immer entfernt sich die Berichterstattung so schnurstracks und klar erkennbar von jedem journalistischen Anspruch – aber noch immer sind „Beziehungstat“, „erweiterter Suizid“ und „Familiendrama“ allgegenwärtige Beschönigungen für etwas, was eigentlich nur „Mord“ genannt werden darf.

Nils Pickert erklärt, warum wir uns endlich von solchen Beschönigungen trennen müssen und auch bei Mordfällen in der Familie schonungslos sachlich und neutral berichten müssen – so, wie wir es bei anderen News auch machen.

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